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Erstes bundesweites Lagebild zur Altenhilfe veröffentlicht

25. Juni 2026

Bundesweite Studie beleuchtet regionale Disparitäten in der Altenhilfe und Altenhilfeplanung

Eine neue, deutschlandweite Untersuchung zeigt deutliche Differenzen bei den Hilfsangeboten für Seniorinnen und Senioren sowie bei der strategischen Planung der Altenhilfe auf. Durchgeführt wird das Projekt „Lagebild zur Umsetzung des § 71 SGB XII“ vom Deutschen Verein für öffentliche und private Fürsorge e.V., finanziert durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ).


Das „Lagebild“ bietet zum ersten Mal eine flächendeckende Bestandsaufnahme der Strukturen, Angebote und planerischen Maßnahmen im Bereich der deutschen Altenhilfe. Die Studie arbeitet Gemeinsamkeiten sowie länderspezifische Differenzen heraus, wobei detaillierte Länderprofile tiefere Einblicke in die regionalen Besonderheiten gewähren.

„Der Bericht schafft eine wichtige Grundlage für die Weiterentwicklung kommunaler Altenhilfe sowie für eine evidenzbasierte Politikgestaltung angesichts des demografischen Wandels.“ — Dr. Verena Staats, Vorständin des Deutschen Vereins

Für die Erhebung wurden 280 Landkreise, kreisfreie Städte und Berliner/Hamburger Bezirke repräsentativ befragt. Dies entspricht einer hohen Beteiligungsquote von rund zwei Dritteln aller relevanten Gebietskörperschaften in Deutschland.

Grundsätzlich existiert in Deutschland ein vielfältiges Beratungs- und Unterstützungssystem auf Basis des § 71 Abs. 2 SGB XII. Allerdings offenbaren sich im Detail starke regionale Kontraste. Insbesondere Landkreise stehen im Vergleich zu kreisfreien Städten deutlich häufiger vor der Herausforderung, eine lückenlose und flächendeckende Versorgung der älteren Bevölkerung zu gewährleisten.


Die Studie fördert konkrete Schwachstellen und Trends in der Praxis zutage. So sind Hilfen bei der Wohnungssuche oder dem Wohnungserhalt im bundesweiten Vergleich eher Mangelware. Auch spezielle Vorbereitungs- und Unterstützungsangebote für den Übergang in den Ruhestand sind mit gerade einmal 32 Prozent relativ selten verbreitet.

Ein ähnliches Bild zeigt sich im Beratungssektor, wo vorbeugende Hausbesuche oder vergleichbare präventive Angebote mit einer Verfügbarkeit von nur 48 Prozent das bundesweite Schlusslicht bilden.

Zudem gewährt weniger als ein Drittel der befragten Gebietskörperschaften direkte finanzielle Unterstützungen oder Sachleistungen im Einzelfall nach § 71 SGB XII. Ein weiteres Drittel der Kommunen gab sogar an, überhaupt keine Kenntnisse darüber zu haben, ob solche individuellen Leistungen vor Ort bewilligt werden.

Demgegenüber steht die strategische Altenhilfeplanung, die vielerorts bereits fest verankert ist. Gut 58 Prozent der teilnehmenden Kommunen und Kreise gaben an, eine systematische Altenhilfe- oder Seniorenplanung durchzuführen.


Den vollständigen Abschlussbericht zum „Lagebild zur Umsetzung des § 71 SGB XII“ finden Sie hier: https://www.deutscher-verein.de/fileadmin/user_upload/dv/pdfs/Startseite/Bericht_Lagebild_zur_Umsetzung_des_71_SGB_XII.pdf

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